Sehenswertes

1.Raeuchermann Museum Cranzahl
1.Raeuchermann Museum Cranzahl
Fichtelbergbahn
Fichtelbergbahn
Talsperre
Talsperre

Der sehr ruhig gelegene Bahnhof ist der Beginn der historischen Kleinbahn nach Oberwiesenthal, sowie der Haltepunkt der Erzgebirgsbahn( Regelspur).

Mit der Erzgebirgsbahn können Sie ganz entspannt weitere Sehenswürdigkeiten ab Cranzahl in Richtung Chemnitz erleben, z.B. die Bergstadt Annaberg-Buchholz, Thermalbad Wiesenbad, Erdmannsdorf mit der bekannten Drahtseilbahn auf die Schloß Augustusburg, Burg Scharfenstein, Stadt Chemnitz.

Am Bahnhof Cranzahl können Sie kostenlos parken.

  

 

Weitere Infos über die Fichtelbergbahn von Cranzahl nach Oberwiesenthal finden Sie hier

Geschichte

Das letzte Refugium des planmäßigen Dampfbetriebes bei der Deutschen Reichsbahn bilden die Schmalspurbahnen. Die einzigartige Romantik, die diese kleinen Züge auf den reizvollen Strecken ausstrahlen, ist Anziehungspunkt für Groß und Klein, für jeden Urlauber oder Eisenbahnfreund. Heute stellen alle diese Bahnen lebendige Museen dar, deren Betrieb es zu erhalten gilt. Dessen sollte sich jeder bewusst werden, der der Faszination dieser Technik aus vergangener Zeit erliegt und auch einmal eine Fahrkarte kaufen, um die Atmosphäre live zu erleben und gleichzeitig seinen Beitrag zum Erhalt dieser Bahnen zu geben.

Die Strecke Cranzahl – Oberwiesenthal wurde am 20. Juli 1897 als 750 mm Schmalspurstrecke eröffnet. Ausgangspunkt  ist der Regelspurbahnhof Cranzahl, gelegen an der Bahn von Chemnitz nach Bärenstein. Von hier aus führt sie die Stichbahn zum 17,3 km entfernten Bahnhof Oberwiesenthal in 894 Meter Höhe, dabei weitgehend die Täler der Sehma und des  Pöhlbaches nutzend. Mit einer durchschnittlichen Neigung von 1:75(die stärkste Neigung liegt bei 1:30 ) überwindet die Bahn damit einen Höhenunterschied von ca. 240 Metern. Auf ihren Weg nach Oberwiesenthal überquert sie 5 Brücken, wobei die eindrucksvollste der Viadukt über das Hüttenbachtal unmittelbar vor dem Bahnhof Oberwiesenthal mit 23 Metern Höhe und 110 Metern Länge.

Gebaut wurde die Eisenbahn zur Belebung der ansässigen Industrie und um die  Menschen leichter von ihren Wohnort zur Arbeit zu bringen. Schon in den ersten Betriebsjahren übertraf das Verkehrsaufkommen die Erwartungen. Der Bau dieser Strecke trug nicht unwesentlich zur Belebung des Ausflugverkehrs bei, wovon besonders die Ort Oberwiesenthal durch seine schneesichere Lage profitierte. So erforderte der angewachsene Reiseverkehr mehrmal Erweiterungen der Bahnanlage. Gleiches gilt für den Güterverkehr. Im Jahre 1906 konnten erstmals Güterwagen  der Normalspur auf Rollfahrzeuge der Schmalspur befördert werden. Das aufwendige Umladen der Waren in Cranzahl entfiel damit. Des öfteren zog man sogar den Umbau auf Regelspur in Erwägung. Auch in der weiteren Zukunft musste die Bahn bemerkenswertes vollbringen. So hatte sie nach dem Krieg durch den hier tätigen Uranbergbau einen regelrechten Berufsverkehr zu gewährleisten, der täglich bis 1000 Fahrgäste zusätzlich brachte. Die Schmalspur wurde mehrmal wegen Erneuerungsarbeiten der anliegenden Straßen zum sog. „Straßenersatzverkehr“ herangezogen und stellte außerplanmäßig Zugpaare. Das vorerst letzte Mal wurde dies im Jahre 1990 praktiziert!

Ein weiterer bedeutender Auftraggeber war das Splitt- und Schotterwerk in Hammerunterwiesenthal. Ebenfalls bis 1990 wurden täglich Güterzüge mit zum Teil acht beladenen Regelspurgüterwagen von und zur Verladestelle befördert. Die Ladegleise mit Rampen sind im Bahnhof noch sichtbar. Leider wird der Splitt seit diesem Zeitpunkt mit LKW über die schmale Straße abtransportiert. An Lokomotivbaureihen gab es seit jeher keine große Vielfalt auf der Strecke. Durch die relativ späte Inbetriebnahme konnte gleich IV K –Maschinen eingesetzt werden. Sie wurden von der Sächsischen Maschinenfabrik Richard Hartmann in Chemnitz gebaut. Diese Drehgestellokomotiven der Bauart Meyer  sind Nassdampf-Vierzylinderverbundlokomotiven. Der halb entspannte Dampf aus den  Hochdruckzylindern am hinteren Drehgestell gelangt in die Niederdruckzylinder am vorderen Drehgestell und verrichtet dort die restliche Arbeit. Durch die Anordnung der Drehgestelle ist es der Maschine möglich, Gleißbogenradien von 40 Metern zu durchfahren. Von dieser Baureihe ist in Oberwiesenthal die 99 586 stationiert. Sie wurde 1913 mit der Fabriknummer 3606 gebaut und 1965 im RAW Görlitz rekonstruiert. Dabei erhielt sie unter anderem einen geschweißten Kessel und einen neuen Rahmen. Die Leistung der Lok wir mit ca. 210 PS angegeben. Ab 1929 kamen die ersten Einheitslokomotiven auf der Strecke zum Einsatz(BR 99.73-76 ). Sie besitzen die Achsfolge 1 „E1“, erhielten einen Barrenrahmen und  seitenverschiebbare Achsen . Planmäßig ist momentan keine dieser Baureihe zwischen Cranzahl und Oberwiesenthal im Verkehr.

Von 1952- 56 lieferte der damalige Lokomotivenbau „ Karl Marx „ Babelsberg 24 Neubaulokomotiven aus, die den Einheitsmaschinen ähnlich waren. Statt des Barrenrahmens erhielten die Loks einen geschweißten Blechrahmen, in dem die 2. und 4. Kuppelachse  seitenverschiebbar gelagert sind. Die Treibachse ist spurkranzlos  ausgeführt. Die Loks besitzen keinen Mischvorwärmer , sondern sind mit zwei saugenden Strahlpumpen ausgerüstet. Eingereiht wurden diese Maschinen von der DR als BR 99.771-794. Die Leistung der Dampflok entspricht ungefähr 600 PS. Bis auf wenige Sondereinsätze verrichteten ausschließlich Maschinen dieser Baureihe den Dienst auf der Strecke.    

Steigen Sie ein...und begleiten sie uns auf einer Fahrt mit der Erzgebirgsbahn. Die Reihenfolge der Abbildungen in diesen Heft entspricht dem Streckenverlauf.

Einstiegsbahnhof ist Cranzahl in 654 m Höhe. Ein sich verstärkendes dumpfes Rumpeln am Bahnsteig kündigt die Einfahrt eines Schmalspurzuges aus Richtung Oberwiesenthal an. Die Lok kuppelt ab und rollt zu den Lokbehandlungsanlagen. Dort wird sie ausgeschlackt und mit Kohle und frischem Wasser versorgt. Für das Personal hat sich die Tätigkeit seit Jahren kaum verändert. Es ist immer noch körperlich schwere und nicht gerade saubere Arbeit. Hat die Lok alle Vorräte für die nächste Bergfahrt erhalten, fährt sie über die Umfahrgleise ans andere Ende des Bahnhofes, um am Bahnsteig an den Zug zu setzen.

Bis zur Abfahrt vergeht noch etwas Zeit und es besteht die Möglichkeit, sich im Bahnhof umzusehen. Auf der anderen Seite des Empfangsgebäudes befindeten sich vier Schmalspurgütergleise. Hier war einst reger Güterverkehr zu beobachten. Über die vorhandene Umsetzanlage schob die Rangierlok Normalspurgüterwagen auf die unmittelbar aneinander stehenden Rollwagen der Schmalspurbahn. Nach dem Feststellen der aufgebockten Wagen zog die Schmalspurlok die Rollwagen etwas vor und die Rangierer setzten die schweren Kuppelbäume ein. Eine gute Verständigung zwischen Lok- und Rangierpersonal war dabei nötig. Heute hat der Güterverkehr für die Bahn kaum noch Bedeutung. Mit etwas Glück erwischt man hin und wieder einen Güterzug, dessen Notwendigkeit sich aber größtenteils aus dem Bedarf der Bahn selbst ergibt.

Inzwischen ist die Abfahrtszeit unseres Zuges fast erreicht und die Aufsicht schon auf den Bahnsteig, um den Abfahrtsauftrag zu geben. Mit starken Auspuffschlägen, gleich einer großen Zweizylinderlok, setzt sich der Zug in Bewegung. Durch die kleinen Räder kommt die Maschine aber schneller auf Touren als ihre große Schwester. Rechts, bei der Bahnhofsausfahrt, ist eine Kreuzung der Schmalspurgleise mit denen der Normalspur zu sehen und bald darauf öffnet sich der Blick auf die Eisenbahnbrücke über den Ort mit der Kirche im Hintergrund. Die Brücke wurde 1992 erneuert, um den Betrieb von Annaberg nach Bärenstein weiterhin zu gewährleisten. Eine Einstellung dieses Streckenabschnittes hätte sich sicherlich negativ auf den Fortbestand der Schmalspur ausgewirkt.

Vorbei an kleinen Erzgebirgshäusern und nach Überqueren der ersten Brücke verlässt die Bahn den Ort Cranzahl. Sie fährt weiter durch dichten Wald dem Haltepunkt Unterneudorf zu, der nach 2,7 km erreicht ist. Er befindet sich direkt in Hanglage. Geziert wird die Station von einem einfachen Häuschen aus Holz und einem alten Wagenkasten. Nach Anfahrt rollt der Zug über die nächste Brücke. Schaut man aus dem rechten Fenster , biete sich mehr und mehr ein Ausblick auf die Ortschaft Neudorf. Zudem kann man in der großen Rechtskurve vor dem Ort die Dampflok bei ihrer Bergfahrt herrlich beobachten. Rechts rückt die Dorfkirche immer näher. Sie wurde 1599 erbaut und zeigt Schnitzfiguren aus der Hand Peter Breuers.

Der Bahnhof Neudorf ist Kreuzungsbahnhof. Meist fährt der bergabwärts fahrende Zug zuerst ein. Der Zug aus der Gegenrichtung hält vor der Trapeztafel und pfeift einmal. Sind im Bahnhof die weichen gestellt und die Einfahrt frei, so gibt der dortige Lokführer durch Pfeifsignale (lang-kurz-lang) dem anderen Lokführer das zu verstehen. Er quittiert das ebenfalls wieder mit einem Pfiff und setzt seine Maschine in Bewegung.

Dieser Zug erhält nun Ausfahrt, passiert eine Straßenkreuzung , überquert die Sehma und fährt jetzt auf der anderen Seite des langgestreckten Ortes dem Haltepunkt Vierenstraße entgegen. Hier befindet sich ein Ausweichgleis, das gelegentlich noch mit Güterwagen bedient wird.

Von nun ab hat die Lok Schwerstarbeit zu leisten. Mit großer Steigung geht es in engen Kurven durch dichten Nadelwald dem Bahnhof Kretscham-Rothensehma in 792 Meter Höhe entgegen. Der Bahnhof gehört immer noch zur Gemeinde Neudorf. Hier ist es möglich , mit Hilfe eines Schlauches behelfsmäßig Wasser zu nehmen. Der alte Wasserkran wurde leider voreilig abgebaut.

Die Fahrgäste auf der rechten Seite können nun wieder das Schauspiel der schwer arbeitenden Maschine an der Spitze des Zuges beobachten. Hinter dem Bahnhof klettert die Bahn nach einer großen Rechtskurve und in fortwährender Steigung zur Wasserscheide zwischen Sehma und Pöhlbach am km 9,4 hinauf. Auf abfallender Strecke erreicht der Zug danach mitten im Wald den Bahnhof Niederschlag. Hier kreuzen heute noch planmäßig Züge.

Es dauert nicht lang und links nähert sich die Grenze zur CSFR. Am gegenüberliegenden Hang verläuft eine Eisenbahnstrecke der CSD nach Veipert. Der Bahnhof Hammerunterwiesenthal hat wieder umfangreichere Gleisanlagen. Bis hier fuhren eins die langen Güterzüge, um den Abtransport der Schuttgüter aus dem nahen Schotterwerk zu sichern. Aber auch kleinere  Anschließer wurden vom Bahnhof aus bedient. Heute finde hier nahezu kein Güterverkehr mehr statt. Im engen Tal führt die Strecke nun direkt an der Grenze zur CSFR entlang. Der Bach ist hier der „Grenzfluß“. Langsam windet sich die Bahn aus dem Tal und erreicht den Haltepunkt Unterwiesenthal. Von hieraus sind es noch 1,5 km bis nach Oberwiesenthal. Bevor die Endstation erreicht wird, erblicken wir links den 1244 m hohen Keilberg, die höchste Erhebung des Erzgebirges. Der Heizer der Maschine muss noch einmal kräftig nachlegen – eine weitere Steigung mit fast 1:30 steht bevor. Das heißt, der Zug muss auf 30 Meter Länge einen Meter Höhenunterschied überwinden. Anschließend überfahren wir  die imposanteste Brücke dieser Strecke. 23 Meter hoch über der Talsohle ergibt sich links ein interessanter Blick auf die Stadt und rechts ist der Fichtelberg mit der Seilbahn zu sehen.

Schon rollt der Zug in den Bahnhof ein. Die meisten Reisenden verlassen den Bahnhof in Richtung Stadt. Ein paar Eisenbahnnarren gehen über die Öl verschmierten  Schwellen in Richtung Lokschuppen, wo inzwischen unsere Zuglok wieder restauriert wird. Es sind meistens mehrere Loks hier abgestellt, u. a. die IV K.

Für uns geht der Besuch langsam zu Ende. Mit etwas Wehmut müssen wir an die Zukunft der Strecke denken, die nicht sicher erscheint. Die Deutsche Reichsbahn wird die Betriebsführung sicherlich abgeben, da sie nicht kostendeckend ist. Als Tourismusmagnet ist die Strecke für die Region aber lebenswichtig. Steigende Fahrgastzahlen sind deshalb die wichtigste Grundlage eines weiteren Betriebes.

 

 

 

 

 

Jubiläum der Schmalspurbahn Cranzahl – Oberwiesenthal

 

Seit 100 Jahren dampft sie nun schon bergauf, dabei immer zuverlässig zur Zufriedenheit der Anwohner und von vielen tausend Besuchern bewundert und bestaunt. Vom Zug aus bieten sich oft herrliche Ausblicke auf die anliegenden Ortschaften. Über ein Drittel der Strecke führt durch romantischen, wildreichen Wald. Auf der 17,4 km langen Bahnstrecke müssen bis Oberwiesenthal knapp 240 m Höhenunterschied überwunden werden. Die ständige Steigung bedeutet für Maschine und Personal täglich harte Arbeit.

Die kleine Gemeinde Cranzahl erhielt 1897 Eisenbahnanschluß  durch die Strecke Chemnitz-Bärenstein- Komutau. Seit dem 20. Juli 1897 wird der Betrieb auf unserer 750-mm Schmalspurstrecke zwischen Cranzahl und den Kurort Oberwiesenthal geführt. Sie dient vor allem dem Touristenverkehr und hat zur Jahrhundertwende zur Belebung und Entwicklung des Gebietes um den Fichtelberg beigetragen.

 

Der ständig anwachsende Verkehr führt dazu, das die anfangs eingesetzten kleinen sächsischen IV K – Lokomotiven 1928 durch größere und stärkere ersetzt wurden. Mitte der fünfziger Jahre ergänzten Neubaulokomotiven den Triebfahrzeugpark,   die in ihrer Bauart den Einheitsloks angeglichen sind.

Beide Maschinentypen haben ungefähr 600 PS Leistung und sind heute noch im Einsatz. Der Güterverkehr war bis Anfang der neunziger Jahre recht beachtlich, ist aber gegenwärtig durch die zurückgegangene Industrie bedeutungslos. In dieser kleinen Bildmappe sollen verschiedene Bildszenen  in reizvoller Landschaft dargestellt werden, wie sie sich seit Jahrhunderten abgespielt haben könnten. Das schönste Erlebnis ist aber eine Fahrt mit dieser sich noch im planmäßigen Betrieb befindlichen Dampfeisenbahn, die vor allem bei Kindern unvergesslich, bleibende Eindrücke hinterlässt.